Hilfestellung im Zusammenhang mit der Corona-Krise

Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus haben einen großen Einfluss auf das tägliche Leben – auch in Deutschland. Gegenwärtig erlebt jeder die Konsequenzen der Regierungspolitik zur Eindämmung des Virus. Unsichere Zeiten, insbesondere für Unternehmer. Fast alle unsere Mandanten sind mehr oder weniger stark vom Corona-Virus betroffen.

Die Regierung hat nun ein breites Paket von finanziellen Notmaßnahmen für Unternehmen auf den Weg gebracht. All diese Entwicklungen folgen auch in rasendem Tempo aufeinander: Was gestern noch aktuell war, kann heute schon überholt sein.

Wir können uns also vorstellen, dass die Unternehmer in diesen turbulenten Zeiten den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen können und mit vielen Fragen konfrontiert sind. Deshalb haben wir bei der MNT GRUPPE ein Corona-Informationsteam eingerichtet. Ein multidisziplinäres Team von Fachleuten, jeder Spezialist auf seinem eigenen Gebiet, aber mit einem gemeinsamen Ziel: unseren Mandanten durch diese Coronakrise zu helfen. Auf dieser Übersichtsseite finden Sie zu jedem Thema Informationen, die Ihnen weithelfen. Die Teams versuchen hier auf der Höhe der Zeit zu sein und aktualisieren laufend diese Seite.

Bitte sehen Sie davon ab, direkten Kontakt mit den Spezialisten aufzunehmen, das würde zu einer sofortigen Überlastung der Personen führen. Stellen Sie Ihre Anfragen über die vorbereiteten Links oder nehmen Sie Kontakt auf mit Ihren „normalen“ bekannten Beratern - gemeinsam navigieren wir Sie durch die Krise.

Kurzarbeitergeld (KUG), Stand: 11.05.2020

Durch die Corona-Krise sind zahlreiche Branchen zum Stillstand gebracht worden. Folge ist, dass deutsche Betriebe ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken.

Kurzarbeit kann bei Auftragsausfällen durch entsprechende Vereinbarungen zur Reduzierung der Arbeitszeit im Betrieb sehr kurzfristig eingeführt und der örtlichen Agentur für Arbeit angezeigt werden. Kurzarbeit muss nicht für den gesamten Betrieb eingeführt und angezeigt werden. Die Kurzarbeit kann auch auf einzelne Betriebsabteilungen beschränkt sein.

Das Kurzarbeitergeld berechnet sich nach dem Nettoentgeltausfall. Die Kurzarbeiter erhalten grundsätzlich 60% des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts. Lebt mindestens ein Kind mit im Haushalt beträgt das Kurzarbeitergeld 67% des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts.

In diesem Zusammenhang hat das Bundeskabinett am 29. April 2020 den Entwurf eines Gesetzes zur weiteren Abfederung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie (Sozialschutzpaket II) beschlossen.

Das Sozialschutzpaket II enthält unter anderem auch verbesserte Bedingungen beim Kurzarbeitergeld. Das sind:

  • Das Kurzarbeitergeld wird für diejenigen, die Kurzarbeitergeld für ihre um mindestens 50% reduzierte Arbeitszeit beziehen, ab dem vierten Monat des Bezugs auf 70% (bzw. 77% für Haushalte mit Kindern) und ab dem siebten Monat des Bezuges auf 80% (bzw. 87% für Haushalte mit Kindern) des pauschalierten Nettoentgelts erhöht, längstens bis 31. Dezember 2020.
  • Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit werden ab dem 1. Mai bis zum 31. Dezember 2020 die bereits bestehenden Hinzuverdienstmöglichkeiten mit einer Hinzuverdienstgrenze bis zur vollen Höhe des bisherigen Monatseinkommens für alle Berufe geöffnet.

Nachfolgend erhalten Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen zum Kurzarbeitergeld.

I. Neuregelungen für KUG in Zeiten der Coronavirus-Pandemie

  • Anspruch auf KUG besteht, wenn mindestens 10% der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10% haben.
  • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100% erstattet.
  • Der Bezug von KUG ist bis zu 12 Monate möglich.
  • Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf KUG.
  • In Betrieben, in denen Vereinbarungen zur Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.
  • Die weiteren Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von KUG behalten ihre Gültigkeit.

II. Grundsätzliche Voraussetzungen

Die gesetzliche Grundlage bildet § 95 SGB III. Danach müssen nachfolgend genannte grundsätzliche Voraus­setzungen vorliegen:

  1. Erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall
    • Es muss ein „unabwendbares Ereignis“ (z. B. behördlich veranlasste Maßnahmen, außergewöhnliche Witterungsverhältnisse, Unglücksfall) vorliegen oder
    • wirtschaftliche Ursachen (z. B. Auftragsmangel, -stornierung, fehlendes Material).
    • Der Arbeitsausfall muss vorübergehend und unvermeidbar sein.

    Als Mindesterfordernis gilt:

    Rückwirkend zum 1. März 2020 bis Ende 2020 müssen mindestens 10% der beschäftigten Arbeitnehmer­innen und Arbeitnehmer einen Entgeltausfall von mehr als 10% haben

    • im Betrieb oder in der betreffenden Betriebsabteilung
    • im jeweiligen Kalendermonat.
  2. Arbeitsausfall muss unvermeidbar sein

    Das bedeutet:

    • Der Ausfall darf nicht auf branchenüblichen, betriebsüblichen oder saisonbedingten Gründen beruhen.
    • Zunächst müssen Überstunden- und Arbeitszeitkonten abgebaut werden – aber: auf Aufbau negativer Arbeitszeitsalden wird rückwirkend zum 1. März 2020 bis Ende 2020 verzichtet werden.
    • Die Umsetzung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in einen anderen Bereich/eine andere Abteilung muss geprüft werden (ggf. temporäre Umsetzung)
    • Wirtschaftlich zumutbare Gegenmaßnahmen müssen zuvor getroffen worden sein (z. B. Arbeiten auf Lager, Aufräum- oder Instandsetzungsarbeiten).
  3. Betriebliche Voraussetzungen

    Die gesetzliche Grundlage bildet § 97 SGB III.

    Im Betrieb oder der Betriebsabteilung muss mindestens eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beschäftigt sein

  4. Persönlichen Voraussetzungen (der Beschäftigten)

    Die gesetzliche Grundlage bildet § 98 SGB III.

    • Fortsetzung einer versicherungspflichtigen (ungekündigten) Beschäftigung.
    • Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung aus zwingenden Gründen oder im Anschluss an eine Ausbildung.
  5. Anzeige über Arbeitsausfall

    Die gesetzliche Grundlage bildet § 99 SGB III. Danach gilt:

    Die Anzeige des Arbeitsausfalls muss in dem Monat eingehen, in dem die Kurzarbeit beginnt:

    • schriftlich
    • bei der Agentur für Arbeit am Betriebssitz.

    Eine Begründung des erheblichen Arbeitsausfalls ist erforderlich.

    Folgende betriebsinterne Regelungen beziehungsweise Fristen sind gegebenenfalls zu beachten:

    • Vereinbarungen mit dem Betriebsrat und gegebenenfalls Ankündigungsfristen, sofern vorhanden,
    • Kurzarbeiterklausel in Arbeitsverträgen,
    • tarifliche Regelungen bei der Einführung von Kurzarbeitergeld,
    • unter Umständen: Einzelvereinbarung mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern abschließen.
Dr. Carsten Schikowski-Häuser
Dr. Carsten Schikowski-Häuser
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Steuerrecht
Stephanie Lamp
Stephanie Lamp
LL.M. (Corporate & Business Law)
Rechtsanwältin

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Insolvenzberatung, Stand 11.05.2020

Die Bundesregierung hat mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket sinnvolle Erleichterungen für Unternehmen umgesetzt, die durch die Corona-Krise möglicherweise in eine Insolvenzsituation kommen. Das neue COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz - COVInsAG wurde von Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Das Gesetz nimmt angesichts der Corona-Krise folgende Änderungen an der Insolvenzordnung sowie im Handels- und Gesellschafts­recht vor:

  1. Die gesetzliche Insolvenzantragspflicht wird bis zum 30.09.2020 ausgesetzt. Dies gilt nicht, wenn die Insolvenzreife nicht auf den Folgen der Corona-Epidemie beruht oder wenn keine Aussichten darauf bestehen eine bestehende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen.
  2. Es gibt eine Anscheinsvermutung, dass bei Unternehmen, die am 31.12.2019 nicht zahlungsunfähig waren, die Insolvenzreife auf Auswirkungen der Corona-Epidemie beruht und dass Aussichten darauf bestehen, eine bestehende Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden.
  3. Diese Anscheinsvermutung erleichtert wirtschaftlich gesunden Unternehmen und ihren Geschäftspartnern und Kreditgebern die Dokumentation, dass die gesetzlichen Erleichterungen und Haftungsbeschränkungen in Anspruch genommen werden können. Sie schützt aber kein Unternehmen, dass schon am 31.12.2019 bzw. dem 01.03.2020 insolvenzreif war.
  4. Wenn mit den vorgenannten Einschränkungen die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht in Anspruch genommen werden kann, ergeben sich weitere, hilfreiche Erleichterungen:
    1. Die mögliche, persönliche Haftung der Geschäftsleiter für Zahlungen während der Krise nach § 64 GmbHG bzw. § 92 (2) AktG wird eingeschränkt.
    2. Die Anfechtungsregeln für die Rückführung von neu gewährten Gesellschafterdarlehen bzw. -sicherheiten werden zu Gunsten der Gesellschafter stark eingeschränkt. So sollen Rückführungen von in der Krise neu gewährten Finanzierungshilfen bis zum 30.09.2023 nicht als gläubigerbenachteiligend gelten. Damit sollen kurzfristige Gesellschafterhilfen ermöglicht werden, ohne dass eine Rückführung bis zum 30.09.2023 dem Risiko einer späteren Insolvenzanfechtung unterliegt. Außerdem gilt für diese Gesellschafterdarlehen nicht der in § 39 (1) Nr. 5 geregelte Nachrang hinter übrigen Gläubigerforderungen.
    3. Weitere Anfechtungsregeln wurden entschärft, um Geschäftspartnern und Banken unbürokratische Hilfen zu ermöglichen, ohne sich in der Krise einem ungebührlichen Anfechtungsrisiko auszusetzen.
    4. Insolvenzanträge von Insolvenzgläubigern werden erschwert, sind aber immer noch möglich, sofern der Insolvenzeröffnungsgrund bereits am 01.03.2020 vorlag.
  5. Es soll eine Verordnungsermächtigung geben, das Gesetz mit allen Wirkungen bis höchstens 31.03.2021 zu verlängern.

Zusammenfassend kann man sagen, dass durch die flankierenden Eingriffe in die Haftungsnormen des GmbHG und AktG sowie die Erleichterungen zur Rückführung von in der Krise gewährten Gesellschafterdarlehen und die Entschärfungen des Anfechtungsrechts ein sehr pragmatischer Rahmen geschaffen wurde. Insbesondere die geplante Anscheinsvermutung erleichtert vielen grundsätzlich gesunden Unternehmen die (ggf. nachträglich not­wendige) Dokumentation, dass man unter den Schutzbereich des Gesetzes fällt. Unternehmen, die bereits vor Corona zahlungsunfähig waren, sind von diesem Gesetz nicht geschützt.

Michael Becker
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Steuerrecht
Christoph Dietz
Sparkassenbetriebswirt
Certified International Turnaround-Professional (FH Kufstein)

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Finanzierungshilfen zur Liquiditätsbeschaffung, Stand 11.05.2020

Zuschüsse von Bund und Ländern:

Corona-Soforthilfe für kleine Unternehmen und Soloselbständige - Bund:

  • Zuschüsse betragen bis 9.000 EUR im Rahmen einer Einmalzahlung für drei Monate bei bis zu fünf Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) oder bis zu 15.000 EUR Einmalzahlung für drei Monate bei bis zu 10 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente)
  • Bewilligung (Bearbeitung der Anträge, Auszahlung und ggfs. Rückforderung der Mittel) übernehmen die Länder bzw. die Kommunen
  • Eine Kumulation mit anderen Förderungen ist grundsätzlich möglich; eine Überkompensation ist zurückzuzahlen

Die Zuschüsse durch das BMWi werden durch das Land Hessen aufgestockt.

  • So ergeben sich aus beiden Töpfen folgende Maximalbeträge für in Hessen ansässige Unternehmen:
    1. 10.000 EUR für drei Monate – bei bis zu fünf Beschäftigten
    2. 20.000 EUR für drei Monate – bei bis zu 10 Beschäftigten
    3. 30.000 EUR für drei Monate – bei bis zu 50 Beschäftigten

Bitte beachten Sie:

Corona-Soforthilfe für kleine Unternehmen und Soloselbständige – Land Rheinland-Pfalz:
In Rheinland-Pfalz werden die seitens des Bundes zur Verfügung gestellten Zuschussgelder um Sofortdarlehen ergänzt und aufgestockt.

So ergeben sich aus beiden Töpfen folgende Maximalbeträge:

  1. 19.000 EUR – bei bis zu fünf Beschäftigten (9.000 EUR Zuschuss Bundesprogramm + 10.000 EUR Sofortdarlehen)
  2. 25.000 EUR – bei sechs bis zehn Beschäftigten (15.000 EUR Zuschuss Bundesprogramm + 10.000 EUR Sofortdarlehen)
  3. 39.000 EUR – bei elf bis dreißig Beschäftigten (30.000 EUR Sofortdarlehen + Landes-Zuschuss in Höhe von 30% der Darlehenssumme)

Bitte beachten Sie:

Finanzierungen:

KfW-Corona-Hilfe

Um Ihre Liquidität zu verbessern und laufende Kosten zu decken, können Unternehmer, Selbstständige und Freiberufler einen KfW-Kredit mit einer Risikoübernahme durch die KfW von bis zu 100 % beantragen. Die Antragstellung kann nur über Ihre Hausbank erfolgen.

Über den nachfolgenden Link können Sie den Antrag für einen KfW-Kredit abgestimmt auf Ihre Antragsvoraussetzungen und Ihren Kapitalbedarf für das Bankgespräch vorbereiten:
https://corona.kfw.de/

Landesbanken WI Bank (Hessen) und ISB Bank (Rheinland-Pfalz):

Über die Landesbanken werden verschiedene darlehensbasierte Förderprogramme für Unternehmens­finan­zierungen angeboten. Einige Förderungen können auch zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen eingesetzt werden, die aufgrund von Umsatzausfällen von Unternehmen wegen des Corona-Virus entstehen. Für kleine und mittlere Unternehmen stehen hier z. B. die Förderprogramme „KfK – Kapital für Kleinunternehmen“ für Hessen oder „Betriebsmittelkredit RLP“ für Rheinland-Pfalz zur Verfügung.

Die WI-Bank bietet ab dem 03.04.2020 ebenfalls so genannte Mikrodarlehen für einen begrenzten Empfängerkreis an.

Die Beantragung erfolgt ausschließlich im Hausbankverfahren oder in Zusammenhang mit den Kooperations- und Regionalpartnern (Handwerks- und Industrie- und Handelskammern).

Hier können Sie sich im Detail über Antragsvoraussetzungen und Konditionen informieren:

Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen:
https://www.wibank.de/wibank/corona

Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz:
https://isb.rlp.de/index.html

Bitte beachten Sie, dass sich Informationsstand stetig dynamisch entwickelt. Den o.g. Links können Sie die detaillierten und tagesaktuellen Antragsvoraussetzungen und Konditionen entnehmen.

Jürgen Stock
Jürgen Stock
Sparkassenbetriebswirt
Zertifizierter Testamentsvollstrecker
Astrid Mewes
Astrid Mewes
Wirtschaftsjuristin, LL.B.
M.A. (Taxation)

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Steuerliche Hilfsmaßnahmen der Finanzverwaltung im Rahmen der Corona-Krise, Stand 11.05.2020

Zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, hat die Finanzverwaltung folgende Maßnahmen erlassen, die eine zusätzliche Belastung durch Steuerabgaben abmildern sollen:

Stundung von Steuerzahlungen:

Wenn Ihr Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie fällige Steuerzahlungen nicht leisten kann, besteht die Möglichkeit, diese Zahlungen zinsfrei bis zum 31.12.2020 zu stunden. Gestundet werden können Einkommensteuer-, Körperschaftsteuer-, Grunderwerbsteuer-, Erbschaftsteuer- sowie Umsatzsteuerbeträge. Die Stundung von Gewerbesteuerbeträgen muss gesondert bei der zuständigen Gemeinde beantragt werden.

Dem Finanzamt ist darzulegen, wie die Corona-Pandemie Ihre wirtschaftliche Lage beeinträchtigt. Der Wert des entstandenen Schadens muss aber nicht im Einzelnen belegt werden.

Anpassung von Vorauszahlungen:

Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler können die Höhe ihrer Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer-, Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuer anpassen lassen, wenn Ihre Einkünfte durch die Corona-Pandemie im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden, als vor der Corona-Pandemie erwartet.

Aussetzung von Vollstreckungsmaßnahmen:

Auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden soll bis zum Ende des Jahres verzichtet werden. Säumniszuschläge, die in dieser Zeit gesetzlich anfallen, sollen erlassen werden. Dies betrifft die Einkommensteuer-, Körperschaftsteuer-, sowie die Umsatzsteuer.

Auch für Steuerbeträge, die sich bereits in einem laufenden Vollstreckungsverfahren befinden, ist auf Antrag bei der Finanzverwaltung ein Vollstreckungsaufschub möglich.

Rückzahlung von Umsatzsteuer-Sondervorauszahlungen:

Sollten Sie zur Erlangung einer Dauerfristverlängerung bei der Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen eine Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung an das Finanzamt geleistet haben, kann diese Sondervorauszahlung auf Antrag erstattet werden, ohne dass Sie die verlängerte Abgabefrist im Umsatzsteuervoranmeldungsverfahren verlieren.

Fristverlängerung von Umsatzsteuer-Voranmeldungen:

Grundsätzlich sind Sie weiterhin zur fristgemäßen Abgabe und Abführung von Umsatzsteuer-Voranmeldungen verpflichtet. Sollten Sie von den Folgen der Corona-Pandemie derart betroffen sein, dass Sie Ihre Pflichten in diesem Zusammenhang nicht erfüllen können, kann durch die Finanzämter auf Antrag eine Fristverlängerung gewährt werden.

Steuerfreie Sonderzahlungen:

Um die erhöhten Leistungen von Beschäftigten in Zeiten der Corona-Pandemie anzuerkennen, werden die von den Arbeitgebern gewährten Sonderleistungen, die zwischen dem 01.03.2020 und dem 31.12.2020 gezahlt werden, bis zu einer Höhe von 1.500,- EUR steuer- und sozialversicherungsfrei gestellt. Die Sonderzahlungen können in Bar- oder Sachleistungen bestehen.

Senkung des Mehrwertsteuersatzes im Gastronomiegewerbe:

Da Gastronomiebetriebe von der Corona-Pandemie besonders betroffen sind, wird der Umsatzsteuersatz für nach dem 30.06.2020 und vor dem 01.07.2021 erbrachte Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen, mit Ausnahme der Abgabe von Getränken, von 19 % auf 7 % gesenkt. Die entsprechende gesetzliche Regelung ist Teil des Corona-Steuerhilfegesetzes, das am 06.05.2020 vom Bundeskabinett beschlossen wurde.

Pauschale Herabsetzung bereits geleisteter Vorauszahlungen für 2019:

Unternehmen, die Gewinneinkünfte oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielen und infolge der Corona-Pandemie im Jahr 2020 voraussichtlich einen Verlust ausweisen werden, können die in 2019 gezahlten Vorauszahlungen über einen vorweggenommenen Verlustrücktrag aus 2020 erstattet bekommen. Der Verlust für 2020 wird pauschal mit 15 % der Einkünfte aus 2019 angenommen. Die Berücksichtigung des tatsächlich in 2020 erzielten Verlustes erfolgt bei der Jahressteuerveranlagung des Jahres 2020.


Über den nachfolgenden Link können Sie auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums einen FAQ-Katalog aufrufen, der zu den häufigsten Fragen im Zusammenhang mit den steuerlichen Hilfsmaßnahmen Auskunft gibt.

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/2020-04-01-FAQ_Corona_Steuern.html?cms_pk_kwd=06.04.2020_FAQ+Corona+Steuern+&cms_pk_campaign=Newsletter-06.04.2020
Steffen Breuer
Steffen Breuer
Dipl.-Finanzwirt
Steuerberater

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Wirtschaftsprüfung, Stand 11.05.2020

Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung zum Stichtag 31.12.2019

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus haben auch Folgen für die handelsrechtliche Rechnungslegung der Abschlüsse und Lageberichte der betroffenen Unternehmen bzw. Konzerne.

Mit fachlichen Hinweisen vom 4. März und vom 25. März hat das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) zur „Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung zum Stichtag 31.12.2019 und deren Prüfung“ Stellung genommen. Bereits auf den handelsrechtlichen Jahresabschluss und zum Stichtag 31.12.2019 und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 ergeben sich demnach weitreichende Auswirkungen wie zum Beispiel:

  • Die Auswirkungen des Coronavirus sind als wertbegründende Entwicklung ab Januar 2020 erstmals in Abschlüssen mit Stichtag nach dem 31.12.2019 zu berücksichtigen.
  • Über die Art und finanziellen Auswirkungen des Coronavirus auf das Unternehmen ist – sofern diese wesentlich sind – in der Nachtragsberichterstattung im Anhang zu berichten. Eine generelle Berichtspflicht besteht nicht. Die Notwendigkeit der Berichterstattung hängt von der individuellen Betroffenheit des Unternehmens von den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die künftige Entwicklung ab. Eine „Fehlanzeige“ ist nicht erforderlich.
  • Bei der Lageberichterstattung im Jahr 2019 soll über die Auswirkungen der Entwicklung rund um Coronavirus auf das Unternehmen im Risikobericht eingegangen werden. Für Unternehmen, deren Tätigkeit wesentlich durch die Ausbreitung des Coronavirus betroffen sind, sind rein komparative Prognosen ausnahmsweise zulässig.
  • Eine Durchbrechung der Ansatz- und Bewertungsstetigkeit kann durch die Auswirkungen der Corona-Krise begründet werden, sofern dadurch ein besserer Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erreicht wird.
  • Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit ist unabhängig vom Bilanzstichtag zu bewerten. Für die Beurteilung der Angemessenheit der Going-Concern-Annahme gilt insofern eine Ausnahme vom Stichtagsprinzip.
  • Unter bestimmten Bedingungen wird es als zulässig angesehen, die bilanziellen Konsequenzen aus einer nach dem Abschlussstichtag 31.12.2019 durchgeführten Sanierungsmaßnahme bereits zum Stichtag zu berücksichtigen.
  • Kleine Kapitalgesellschaften sind nicht verpflichtet, einen Lagebericht aufzustellen. Zudem müssen sie auch keinen Nachtragsbericht im Anhanag aufnehmen. Für Kleinstkapitalgesellschaften sind weder ein Anhang noch ein Lagebericht erforderlich. Bestehen allerdings wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit Ereignissen und Gegebenheiten, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können (sog. bestandsgefährdende Risiken), muss der Bilanzierende darüber berichten. Kleine Kapitalgesellschaften haben eine solche Berichterstattung in den Anhang aufzunehmen. Für Kleinstkapitalgesellschaften ist die Berichterstattung unterhalb der Bilanz wiederzugeben.

Die vorgenannten Hinweise sollen Ihnen eine erste Orientierung bei dem Umgang mit den Auswirkungen des Coronavirus im Rahmen der externen Rechnungslegung geben und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie basieren auf fachlichen Hinweisen des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) vom 4. März und vom 25. März 2020 zu „Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung zum Stichtag 31.12.2019 und deren Prüfung“. Zudem hat das Institut der Wirtschaftsprüfer IDW) am 8. April 2020 zu Zweifelsfragen zum oben genannten Themengebiet Stellung genommen.

https://www.idw.de/blob/122498/31bce74e5b1413b91f74c9de1ea64383/down-corona-fachlicher-hinweis-idw-dok1-data.pdf

https://www.idw.de/blob/122878/ac5e8bd6bfd88081cfdd9398ceb04032/down-corona-fachlicher-hinweis-dok2-data.pdf

https://www.idw.de/blob/123092/ace4b4551073cf70f2ffa69c8befaa71/down-corona-fachlicher-hinweis-dok3-data.pdf

Wir sind Ihnen bei Fragen zum Umgang mit den Auswirkungen des Coronavirus im Rahmen der externen handelsrechtlichen Rechnungslegung jederzeit gerne behilflich.

Thomas Semler
Thomas Semler
Dipl.-Kaufmann
Wirtschaftsprüfer
Steuerberater

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Corona-Soforthilfe für Vereine – Land Hessen, Stand: 12.05.2020

Die Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz haben jeweils Förderprogramme zur Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit gestartet, Von diesen Programmen profitieren alle Vereine, die entweder in Hessen oder in Rheinland-Pfalz ihren Sitz haben und auf Gemeinnützigkeit und ehrenamtlichem Engagement aufbauen.

Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie auf gemeinnützige Vereine sind teilweise erheblich und können schnell existenzbedrohend werden, da Vereine aufgrund des Vereins- und Steuerrechts nicht im gleichen Umfang wie etwa Kapitalgesellschaften Rücklagen bilden dürfen, auf die sie in Krisenzeiten zurückgreifen können. Die Programme dienen zur Abwendung pandemiebedingter, existenzbedrohender Liquiditätsengpässe und sollen die Weiterführung der Vereinsarbeit sicherstellen.

Für Vereine mit Sitz in Hessen gilt:
Das Förderprogramm zielt konkret auf den ideellen Bereich des Vereins ab. Damit sind die Bereiche gemeint, die unmittelbar dazu dienen, den steuerbegünstigten Zweck zu erreichen. Hierzu zählen klassische Einnahmen wie z.B. Mitgliedsbeiträge, Gebühren, Zuschüsse, Spenden und Ausgaben wie z.B. Kosten für Freizeitsport, Jugendarbeit oder Verbandsbeiträge.

  • Zuschüsse betragen bis zu 10.000 EUR je nach Situation im ideellen Bereich des Vereins
  • Bewilligung (Bearbeitung der Anträge, Auszahlung und ggfs. Rückforderung der Mittel) übernimmt das jeweilig zuständige Ministerium

Bitte beachten Sie:

Sport- und Kulturvereine sowie Organisationen mit dauerhaftem wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb können unabhängig vom Förderprogramm zur Weiterführung ihrer Vereins- und Kulturarbeit das Soforthilfeprogramm für kleine Unternehmen von Landes- und Bundesregierung in Anspruch nehmen und auch von den Regelungen zum Kurzarbeitergeld profitieren, wenn ihnen in diesem Bereich eine existenzbedrohende Liquiditätslücke entsteht.

Für Vereine mit Sitz in Rheinland-Pfalz gilt:
Das Förderprogramm bezieht sich auf die gesamte Vereinsarbeit, ist allerdings nur nachrangig zu anderen Wirtschaftshilfen, die der Verein im Rahmen des Corona-Soforthilfe-Programms des Bundes und des Landes Rheinland-Pfalz oder durch anderweitige institutionelle Förderung erhält.

  • Zuschüsse betragen bis zu 12.000 EUR je nach Situation des Vereins
  • Antragsbearbeitungen übernehmen Bewilligungsstellen im Auftrag des jeweils zuständigen Ministeriums

Bitte beachten Sie:

Andreas Offermann
Andreas Offermann
Dipl.-Kaufmann
Wirtschaftsprüfer
Steuerberater
Rechtsanwalt

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Heilberufe, Stand: 11.05.2020

Rettungsschirm für Ärzte: Welche wirtschaftlichen Hilfen gibt es für Arztpraxen?

  • Extra-Budgetäre Vergütung

    Seit 1. Februar gilt: Sämtliche ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlich sind, werden in voller Höhe extra­budgetär bezahlt.

    Bei der Abrechnung ist zu beachten, dass der Leistungserbringer dazu die Ziffer GOP „88240“ an allen Tagen dokumentiert, an denen er den Patienten wegen des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus behandelt.

    Folgende Quartals-Pauschalen werden bei Corona-Patienten neben den tagesaktuellen Leistungen extrabudgetär vergütet:

    • Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale
    • Zusatzpauschale für Pneumologie (GOP "04530" und "13650")
    • Zusatzpauschale fachinternistische Behandlung (GOP "13250")
  • COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz

    Ziel des COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz ist es u. a., Einbußen von niedergelassenen Ärzten wegen ausbleibenden Patienten aufgrund der Corona-Krise abzumildern. Dazu wurden folgende Maßnahmen zugunsten niedergelassener Ärzte beschlossen:

    • Ausgleichszahlungen bei Honorarminderungen um mehr als 10%

      Aufgrund des nunmehr in das SGB V neu eingefügten § 87a Absatz 3b SGB V kann bei einer mehr als 10‑prozentigen Minderung des Gesamthonorars eines Vertragsarztes gegenüber dem Vorjahresquartal, welche auf den Rückgang der Fallzahlen aufgrund einer Pandemie, Epidemie etc. zurückzuführen ist, die Kassenärztliche Vereinigung eine Ausgleichszahlung leisten. Diese muss befristet werden. Dadurch sollen Umsatzverluste ausgeglichen werden, die durch das Ausbleiben von Patienten aufgrund der Corona-Krise entstehen können.

      Diese Ausgleichszahlungen werden aber um die Summe gemindert, in deren Höhe der Vertragsarzt Entschädigungen aus dem Infektionsschutzgesetz erhält, beispielsweise nach dem Infektionsschutzgesetz bei einer angeordneten Quarantäne.

      Praxen mit einem hohen privatärztlichen Anteil werden möglicherweise erheblichere Umsatzeinbußen zu verkraften haben, da der privatärztliche Teil vom Ausgleichsanspruch ausgenommen ist; reine Privatpraxen sind gar nicht geschützt.

    • Ausgleichszahlungen von existenzgefährdenden Fallzahlrückgängen nach § 87b Abs. 2a SGB V

      Durch § 87b Abs. 2a SGB V soll gewährleistet werden, existenzgefährdende Fallzahlrückgänge infolge eines Großschadensereignisses finanziell ausgleichen zu können. Danach muss die Kassenärztliche Vereinigung in Abstimmung mit den Kranken- und Ersatzkassen zeitnah Regelungen für den Verteilungsmaßstab schaffen, sobald infolge einer Pandemie etc. die Anzahl der Fälle einer Arztpraxis so weit absinkt, dass die Fortführung gefährdet ist.

      Insoweit sollen vertragsärztliche Leistungserbringer Mittel der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung, die sie wegen des Fallzahlrückgangs nicht erhalten und die bei den Kassenärztlichen Vereinigungen verbleiben, abrufen können, ohne entsprechende Leistungen erbracht zu haben.

      Die Ausgleichszahlung setzt eine Fallzahlminderung in einem Umfang voraus, welcher die Fortführung der Arztpraxis gefährden würde. Die Entscheidung darüber, wann eine solche Fallzahlminderung vorliegt, haben die Kassenärztlichen Vereinigungen im Benehmen mit den Krankenkassen zu treffen.

    • Neuregelung von § 105 Absatz 3 SGB V

      Diese Neuregelung betrifft die Finanzierung der Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung während des Bestehens einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite gemäß § 5 Absatz 1 Infektionsschutzgesetz. Kosten für Maßnahmen, die zu dieser Sicherstellung erforderlich sind, müssen die Krankenkassen erstatten.

  • Entschädigungsansprüche durch das Infektionsschutzgesetz (IfSG) ?

    Das Infektionsschutzgesetz sieht u.a. Entschädigungsregelungen in § 56 IfSG vor. Wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt wird, kann nach Maßgabe von § 56 IfSG eine Entschädigung in Geld beanspruchen.

    Voraussetzung für Entschädigungsansprüche ist das Verbot der Erwerbstätigkeit oder die Anordnung von Quarantäne aus infektionsschutzrechtlichen Gründen. Die notwendigen Schritte, die in solchen Fällen durchzuführen sind (z.B. Antragstellung, Fristen), bestimmt die zuständige Behörde. Betroffene Ärzte sollten sich deshalb zunächst an die zuständige Behörde (Gesundheitsamt in Hessen; Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung in Landau für RLPf.) wenden, um Details abzustimmen.

  • Hilfen für Zahnärzte

    Ab sofort können die Zahnärzte für jede Sitzung eine Corona-Hygiene-Pauschale von 14,23 Euro abrechnen, um die deutlich erhöhten Kosten für Schutzkleidung und Hygieneaufwand abzufedern. Diese Extravergütung in analoger Anwendung der GOZ Nr. 3010 gilt zunächst befristet bis zum 31. Juli 2020.

    Geplant ist/war, dass Zahnärzte trotz kräftig gesunkener Patientenzahlen zunächst 90 Prozent der Vergütung aus dem vergangenen Jahr bekommen. Damit soll die Liquidität der Praxen gesichert werden. Am Ende des Jahres können sie 30 Prozent der zu viel gezahlten Summe (Differenz zwischen angenommener Gesamtvergütung für das laufende Jahr und tatsächlich erbrachter Leistung) behalten. Auf die Boni sollen weitere staatliche Unterstützungsmaßnahmen wie die Soforthilfe für Selbstständige und das Kurzarbeitergeld nicht angerechnet werden.

    ACHTUNG:
    Nach jüngsten Presseveröffentlichungen (so etwa FAZ vom 27. April 2020) hat sich Finanzminister Olaf Scholz (SPD) diesem Vorhaben in den Weg gestellt. Ein Kompromiss sehe vor, dass das Honorar zwar an die Zahnärzte gezahlt wird, schreibt die FAZ. Dies solle aber in Form eines Kredites geschehen, der bis 2022 zurückerstattet werden muss.

  • Finanzielle und Steuerliche Hilfen für Vertragsärzte und Privatärzte

    Damit Praxen die wirtschaftliche Belastung durch Corona überstehen, hat das Finanzministerium schnelle Hilfsmöglichkeiten geschaffen, wie etwa Zuschüsse als Soforthilfe, KfW-Kredite über die Hausbank, Bürgschaft zur Liquiditätssicherung, Betriebsmittelfinanzierungen, Steuererleichterungen, Kurzarbeit.

    Siehe dazu auch unsere Punkte innerhalb dieser Corona-Homepage:


    ACHTUNG:
    Eine interne Weisung vom 15. April 2020 der Bundesagentur für Arbeit hat allgemein für Überraschung und erhebliche Diskussionen gesorgt, da hier die Meinung vertreten wurde, dass vertragsärztliche Praxen grundsätzlich kein Kurzarbeitergeld erhalten.

    Mit einer neuerlichen „Weisung 202005005 vom 07.05.2020 - Kurzarbeitergeld an Leistungserbringer im Gesundheitswesen“ hat die Bundesagentur ihre Sicht revidiert und im Kern festgestellt:

    Das Kurzarbeitergeld als Sozialleistung zur Stabilisierung von Beschäftigungsverhältnissen ist hinsichtlich der Anspruchsvoraussetzungen nicht mit den Schutzschirmregelungen vergleichbar. „Bei Vorliegen der Voraussetzungen nach §§ 95ff. SGB III besteht ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld.“

    • Bis auf Krankenhäuser können damit alle übrigen Leistungserbringer Kurzarbeitergeld beantragen und sind bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen auch anspruchsberechtigt.
Stephanie Lamp
Stephanie Lamp
LL.M. (Corporate & Business Law)
Rechtsanwältin
Jochen Altbrod
Wirtschaftsprüfer/Steuerberater
Fachberater für den Heilberufebereich
Frank Eichmann
Frank Eichmann
Steuerberater
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
Zertifizierter Testamentsvollstrecker (AGT)

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