Hilfestellung im Zusammenhang mit der Corona-Krise

Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus haben einen großen Einfluss auf das tägliche Leben – auch in Deutschland. Gegenwärtig erlebt jeder die Konsequenzen der Regierungspolitik zur Eindämmung des Virus. Unsichere Zeiten, insbesondere für Unternehmer. Fast alle unsere Mandanten sind mehr oder weniger stark vom Corona-Virus betroffen.

Die Regierung hat nun ein breites Paket von finanziellen Notmaßnahmen für Unternehmen auf den Weg gebracht. All diese Entwicklungen folgen auch in rasendem Tempo aufeinander: Was gestern noch aktuell war, kann heute schon überholt sein.

Wir können uns also vorstellen, dass die Unternehmer in diesen turbulenten Zeiten den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen können und mit vielen Fragen konfrontiert sind. Deshalb haben wir bei der MNT GRUPPE ein Corona-Informationsteam eingerichtet. Ein multidisziplinäres Team von Fachleuten, jeder Spezialist auf seinem eigenen Gebiet, aber mit einem gemeinsamen Ziel: unseren Mandanten durch diese Coronakrise zu helfen. Auf dieser Übersichtsseite finden Sie zu jedem Thema Informationen, die Ihnen weiterhelfen. Die Teams versuchen hier auf der Höhe der Zeit zu sein und aktualisieren laufend diese Seite.

Bitte stellen Sie Ihre Anfragen über die vorbereiteten Links oder nehmen Sie Kontakt auf mit Ihren bekannten Beratern - gemeinsam navigieren wir Sie durch die Krise.

Kurzarbeitergeld (KUG), Stand: 17.01.2022

Durch die Corona-Krise sind zahlreiche Branchen zum Stillstand gebracht worden. Folge ist, dass deutsche Betriebe ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken.

Kurzarbeit kann bei Auftragsausfällen durch entsprechende Vereinbarungen zur Reduzierung der Arbeitszeit im Betrieb sehr kurzfristig eingeführt und der örtlichen Agentur für Arbeit angezeigt werden. Kurzarbeit muss nicht für den gesamten Betrieb eingeführt und angezeigt werden. Die Kurzarbeit kann auch auf einzelne Betriebsabteilungen beschränkt sein.

Nachfolgend erhalten Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen zum Kurzarbeitergeld.

I. Neuregelungen für KUG in Zeiten der Coronavirus-Pandemie

Bis zum 31. März 2022 gilt:

  • Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10% der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10% haben.
  • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden pauschal zu 100% erstattet. Ab dem 01. Januar 2022 werden pauschal 50% erstattet.
  • Der Bezug von KUG ist bis zu 12 Monate möglich. Bis Ende März 2022 gilt unter bestimmten Voraussetzungen eine Bezugsdauer von längstens 24 Monaten.
  • Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf KUG.
  • In Betrieben, in denen Vereinbarungen zur Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.
  • Die Anzeige über Kurzarbeit sowie die Anträge auf Erstattung des Kurzarbeitergeldes können online oder schriftlich eingereicht werden.
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten 60% des während der Kurzarbeit ausgefallenen Nettoentgelts.
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mindestens ein Kind haben, bekommen 67% des ausgefallenen Nettoentgelts.
  • Erhöhung bis zum 31. März 2022:

    Wichtig: Die nachfolgend beschriebene Erhöhung des Kurzarbeitergeldes bis 31. März 2022 gilt nur, wenn Ihre Beschäftigten spätestens für März 2021 erstmalig Kurzarbeitergeld erhalten. Zudem wird der Anspruch auf die erhöhten Leistungssätze für den Zeitraum von Januar 2022 bis März 2022 auf die Beschäftigten ausgeweitet, die seit April 2021 erstmals in Kurzarbeit gegangen sind.

    Das Kurzarbeitergeld erhöht sich ab dem 4. Bezugsmonat auf 70% (Beschäftigte mit mindestens einem Kind: 77%). Ab dem 7. Bezugsmonat erhöht es sich nochmals auf 80% (Beschäftigte mit mindestens einem Kind: 87%).

    Die Bezugsmonate der einzelnen Arbeitnehmerin und des einzelnen Arbeitnehmers müssen dabei nicht zusammenhängen. Das bedeutet: Unterbrechungen der Kurzarbeit der einzelnen Arbeitnehmerin und des einzelnen Arbeitnehmers (auch über 3 Monate) lösen keinen Neubeginn der individuellen Bezugsdauer aus. Als Bezugsmonat zählt auch ein Bezug von Saison-Kurzarbeitergeld. Sofern in einem Monat lediglich Krankengeld in Höhe von Kurzarbeitergeld gezahlt wird, wird dieser Monat dagegen nicht berücksichtigt.

    Voraussetzung für diese Erhöhung des Kurzarbeitergeldes: Im jeweiligen Bezugsmonat lag infolge des Arbeitsausfalls ein Entgeltausfall von mindestens 50% vor.

    Sofern in einem Monat Krankengeld in Höhe von Kurzarbeitergeld und Kurzarbeitergeld bezogen wird, wird lediglich das Kurzarbeitergeld beim Entgeltausfall von mindestens 50% berücksichtigt.

    Hinweis: Der Referenzmonat für die Berechnung der individuellen Dauer des Bezugs von Kurzarbeitergeld ist der März 2020.

  • Die weiteren Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von KUG behalten ihre Gültigkeit.

II. Grundsätzliche Voraussetzungen

Die gesetzliche Grundlage bildet § 95 SGB III. Danach müssen nachfolgend genannte grundsätzliche Voraus­setzungen vorliegen:

  1. Erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall

    • Es muss ein „unabwendbares Ereignis“ (z. B. behördlich veranlasste Maßnahmen, außergewöhnliche Witterungsverhältnisse, Unglücksfall) vorliegen oder
    • wirtschaftliche Ursachen (z. B. Auftragsmangel, -stornierung, fehlendes Material).
    • Der Arbeitsausfall muss vorübergehend und unvermeidbar sein.

    Als Mindesterfordernis gilt:

    Es müssen mindestens 10% der beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Entgeltausfall von mehr als 10% haben

    • im Betrieb oder in der betreffenden Betriebsabteilung,
    • im jeweiligen Kalendermonat.
  2. Arbeitsausfall muss unvermeidbar sein.

    Das bedeutet:

    • Der Ausfall darf nicht auf branchenüblichen, betriebsüblichen oder saisonbedingten Gründen beruhen.
    • Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden (Minusstunden) wird befristet bis zum 31. März 2022 verzichtet.

    Die Auflösung eines Arbeitszeitguthabens wird nicht verlangt, soweit es

    • vertraglich ausschließlich zur Überbrückung von Arbeitsausfällen außerhalb der Schlechtwetterzeit bestimmt ist und 50 Stunden nicht übersteigt,
    • zur Vermeidung von Saison-Kurzarbeit angespart worden ist und 150 Stunden nicht übersteigt,
    • ausschließlich für eine gesetzlich mögliche Freistellung von der Arbeit oder die Verringerung der Arbeitszeit bestimmt ist,
    • 10% der ohne Mehrarbeit geschuldeten Jahresarbeitszeit übersteigt oder
    • länger als ein Jahr unverändert bestanden hat.
    • Sofern es sich um geschützte Arbeitszeitguthaben handelt, besteht ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld ab der ersten Ausfallstunde.

    Wichtig: Seit dem 1. Januar 2021 muss Erholungsurlaub zur Vermeidung der Kurzarbeit eingebracht werden, wenn die Urlaubswünsche der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dem nicht entgegenstehen (§ 96 Abs. 4 S. 2 Nr. 2 SGB III). Die nachfolgenden Regelungen gelten auch für den Jahreswechsel 2021/2022.

    Vorlage der Urlaubsplanung bei der Agentur für Arbeit:
    Bei einer vorläufigen Bewilligung zu Beginn eines neuen Urlaubsjahres müssen Sie als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber die Urlaubsplanung oder Urlaubsliste nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt vorlegen. Sie können den Urlaub so planen, wie es in Ihrem Betrieb üblich ist.

    Fordern Sie von Ihren Beschäftigten erst zum März eine Urlaubsplanung ein, müssen Sie diese auch erst im März bei der Arbeitsagentur einreichen, wenn dies verlangt wird. Eine formlose Urlaubsplanung, Urlaubsliste oder eine Vereinbarung über Betriebsferien ist ausreichend. Der Urlaubsantrag Ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist nicht erforderlich.

    Resturlaub:
    Resturlaub muss zur Vermeidung von Kurzarbeit eingebracht werden, bevor dieser verfällt. Erfolgt dies nicht, liegt kein unvermeidbarer Arbeitsausfall vor. Das Bundesarbeitsgericht hat am 30. November 2021 entschieden, dass vollständig ausgefallene Arbeitstage auf Grund von Kurzarbeit (100 % Arbeitsausfall) bei der Berechnung des Jahresurlaubs berücksichtigt werden können.

    Urlaub des aktuellen Urlaubsjahres: Besteht eine Urslausplanung für das aktuelle Urlaubsjahr, zum Beispiel durch eine Urlaubsliste, einen Urlaubsplan oder Betriebsferien (§ 87 Abs. 1 Nr. 5 BetrVG), muss dieser nicht vorher zur Vermeidung von Kurzarbeit eingebracht werden. Der Urlaub wird dann zu den geplanten Zeiten genommen. Wird von dieser Planung nur aufgrund von Kurzarbeit abgewichen, liegt kein unvermeidbarer Arbeitsausfall vor.

    Gibt es keine Urlaubsplanung, muss gegen Ende des Urlaubjahres der Antritt von Urlaubsansprüchen zur Vermeidung von Kurzarbeit festgelegt werden. Das gilt aber nur, wenn der Urlaub nicht in das folgende Urlaubsjahr übertragen werden kann. Wird dieser Urlaub nicht genommen, liegt kein unvermeidbarer Arbeitsausfall vor.

    Erfolgt eine Kürzung des Urlaubsanspruchs auf Grund von durch Kurzarbeit vollständig ausgefallenen Arbeitstagen nach der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 30. November 2021 wird diese berücksichtigt.

    • Die Umsetzung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in einen anderen Bereich/eine andere Abteilung muss geprüft werden (ggf. temporäre Umsetzung)
    • Wirtschaftlich zumutbare Gegenmaßnahmen müssen zuvor getroffen worden sein (z. B. Arbeiten auf Lager, Aufräum- oder Instandsetzungsarbeiten).
  3. Betriebliche Voraussetzungen

    Die gesetzliche Grundlage bildet § 97 SGB III.

    Im Betrieb oder der Betriebsabteilung muss mindestens eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beschäftigt sein

  4. Persönlichen Voraussetzungen (der Beschäftigten)

    Die gesetzliche Grundlage bildet § 98 SGB III.

    • Fortsetzung einer versicherungspflichtigen (ungekündigten) Beschäftigung.
    • Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung aus zwingenden Gründen oder im Anschluss an eine Ausbildung.
  5. Anzeige über Arbeitsausfall

    Die gesetzliche Grundlage bildet § 99 SGB III. Danach gilt:

    Die Anzeige des Arbeitsausfalls muss in dem Monat eingehen, in dem die Kurzarbeit beginnt:

    • schriftlich
    • bei der Agentur für Arbeit am Betriebssitz.

    Eine Begründung des erheblichen Arbeitsausfalls ist erforderlich.

    Folgende betriebsinterne Regelungen beziehungsweise Fristen sind gegebenenfalls zu beachten:

    • Vereinbarungen mit dem Betriebsrat und gegebenenfalls Ankündigungsfristen, sofern vorhanden,
    • Kurzarbeiterklausel in Arbeitsverträgen,
    • tarifliche Regelungen bei der Einführung von Kurzarbeitergeld,
    • unter Umständen: Einzelvereinbarung mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern abschließen.
Dr. Carsten Schikowski-Häuser
Dr. Carsten Schikowski-Häuser
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Steuerrecht
Stephanie Lamp
Stephanie Lamp
LL.M. (Corporate & Business Law)
Rechtsanwältin

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Insolvenzberatung, Stand 14.01.2022

Nachdem die Bundesregierung bereits im Frühjahr 2020 eine Aussetzung von Insolvenzantragspflichten für Unternehmen umgesetzt hatte, die durch die Corona-Krise möglicherweise in eine Insolvenzsituation gekommen sind, wurden diese Erleichterungen (zumindest teilweise) mit Fortdauer der Pandemie mehrfach verlängert. Am 30.04.2021 sind nun die letzten Ausnahmetatbestände ausgelaufen, die noch unter sehr speziellen Umständen eine Aussetzung der Insolvenzantragspflichten erlaubt haben.

Das heißt ab 01.05.2021 gelten ohne Ausnahme wieder die gesetzlichen Insolvenzantragspflichten bei Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Mit der gesetzlichen Insolvenzantragspflicht sind umfangreiche zivil- und strafrechtliche Haftungsnormen für z.B. Geschäftsführer und Vorstände verbunden, die nicht vernachlässigt werden sollten.

Michael Becker
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Steuerrecht
Christoph Dietz
Sparkassenbetriebswirt
Certified International Turnaround-Professional (FH Kufstein)

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Finanzierungshilfen zur Liquiditätsbeschaffung, Stand 14.01.2022

Zuschüsse von Bund und Ländern:

Überbrückungshilfe IV (erstes Quartal 2022):

  • Das BMWi hat über die Verlängerung der Überbrückungshilfe für das erste Quartal 2022 informiert.
  • Die bisherige Überbrückungshilfe III Plus wird im Wesentlichen als Überbrückungshilfe IV bis Ende März 2022 fortgeführt.
  • Antragsfrist ist - Stand jetzt - der 31. März 2022.
  • Der Eigenkapitalzuschuss wird wie bekannt fortgeführt.
  • Besonders schwer und von Schließungen betroffene Unternehmen (z. B. Schausteller) erhalten einen zusätzlichen Eigenkapitalzuschuss. Sofern diese betroffenen Unternehmen einen Umsatzeinbruch von mindestens 50% im Dezember 2021 im Vergleich zu 2019 erfuhren, beträgt der Eigenkapitalzuschuss in solchen Fällen 50% statt maximal 30%.
  • Abweichend zu den Überbrückungshilfen III und III Plus wird die Maximalförderung jedoch nicht mehr 100% der Fixkosten betragen, sondern 90% (Voraussetzung ist ein Umsatzrückgang von 70%).
  • Die Kostenposition Modernisierungs- und Renovierungsausgaben soll wegfallen.
  • Freiwillige Schließungen sind nicht schädlich, sofern nachgewiesen wird, dass die Öffnung des Betriebes unwirtschaftlich gewesen wäre.
  • Zudem erfolgte eine Erhöhung der Obergrenze für Fixkosten auf € 12 Mio. (bislang € 10 Mio.).
  • Die FAQ zu der Hilfe für das erste Quartal 2022 sind derzeit noch in Bearbeitung.
  • Sämtliche vorhandenen Informationen zur Antragsberechtigung und Förderhöhe der Überbrückungshilfe IV können Sie hier im Detail nachlesen: Bundesfinanzministerium - Bedingungen für Überbrückungshilfe IV stehen – Corona-Wirtschaftshilfen werden bis Ende März 2022 verlängert
  • Die Obergrenze für Kleinbeihilfen wurde auf € 2,3 Mio. (bislang € 1,8 Mio.) erhöht.

Neustarthilfe (erstes Quartal 2022)

Überbrückungshilfe III Plus:

Neustarthilfe Plus:

  • Mit der Neustarthilfe Plus wird die Neustarthilfe um weitere sechs Monate bis zum 31. Dezember 2021 verlängert. Es handelt sich hierbei jedoch um zwei separate Antragsprogramme. Der Zeitraum der Programme läuft von Juli bis September und von Oktober bis Dezember.
  • Auch wenn die Neustarthilfe Plus technisch gesehen aus zwei Anträgen besteht, so kann nur einheitlich für das zweite Halbjahr 2021 die Neustarthilfe oder die Überbrückungshilfe III Plus beantragt werden.
  • Direktanträge für natürliche Personen (mit oder ohne Personengesellschaft) können ohne prüfenden Dritten gestellt werden. Diese können seit dem 17. Juni 2021 bis 31. Dezember 2021 gestellt werden.
  • Die Antragstellung ist seit dem 16. Juli 2021 und bis zum 31. März 2022 möglich.
  • Sämtliche Informationen zur Antragsberechtigung, Antragstellung und Förderhöhe der Neustarthilfe Plus können Sie hier im Detail nachlesen:
    https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Neustarthilfen/Neustarthilfe-Plus/neustarthilfe-plus.html

Übersicht über abgelaufene Programme:

Im Folgenden finden Sie die Links zu den abgelaufenen Hilfsprogrammen:

Schlussabrechnung:

  • Die Schlussabrechnung ist zwingend in allen Fällen zu erstellen, in denen die Anträge für Zuschussprogramme über einen prüfenden Dritten erfolgten.
  • Durch die Schlussabrechnung kann es zu Rückzahlungen oder Erstattungen kommen.
  • Der aktuelle Zeitplan sieht eine Einreichung der Schlussabrechnung für die Überbrückungshilfen bis zum 31. Dezember 2022 vor. Sollte eine solche nicht vorgelegt werden, so sind die gesamten Überbrückungshilfen zurückzuzahlen. Ob dieses Datum jedoch noch vorgezogen oder nach hinten verlagert wird, ist offen.
  • Bei Neustarthilfen muss eine Schlussabrechnung bis zum 31. März 2022 eingereicht werden, wobei eine Schlussabrechnung seit 1. November 2021 eingereicht werden kann.
  • Durch die Schlussabrechnung kann es zu Rückzahlungen oder Erstattungen kommen.

Härtefallhilfen der Bundesländer:

  • Die Härtefallhilfen sind ein zusätzliches Angebot des Bundes an die Länder. Sie ergänzen die bisherigen umfangreichen Corona-Wirtschaftshilfen (wie beispielsweise die Überbrückungshilfe III).
  • Die Länder können auf Grundlage von Einzelfallprüfungen Unternehmen unterstützen, die bisher keine Unterstützung erhielten und im Ermessen der Länder eine solche benötigen.
  • Die Antragstellung und Bewilligung für die Härtefallhilfen erfolgen bei den jeweiligen Bewilligungsstellen der Länder:
  • Sämtliche Details zu den Antragsmöglichkeiten und Voraussetzungen der jeweiligen Bundesländer können Sie im Detail hier nachlesen:
    https://www.haertefallhilfen.de/HSF/Navigation/DE/Home/home.html
  • Sofern Sie sich für die Wirtschaftshilfen interessieren, wenden Sie sich bitte an Ihren regulären Ansprechpartner oder schreiben Sie uns eine E-Mail an corona-finanzierungshilfen@mnt.de.

Sonderfonds für Messen:

  • Ein weiteres Hilfsprogramm stellt der Sonderfonds für Messen und Ausstellungen dar. Der Fonds läuft parallel zu den Corona-Hilfen und soll den Neustart von Messen und gewerblichen Ausstellungen unterstützen.
  • Es sollen die Vorbereitungskosten von Messen und Ausstellungen gegen das Risiko einer Corona-bedingten Veranstaltungsabsage abgesichert werden.
  • Über das Programm können veranstaltungsbezogene Kosten in einem Umfang von insgesamt bis zu € 600 Mio. abgesichert werden.
  • Dazu können sich betroffene Branchenunternehmen auf dem speziellen Portal www.sonderfonds-messe.de registrieren.
  • Die Registrierung auf dem zentralen Portal muss vorab unmittelbar durch die betroffenen Ausstellungs- und Messeunternehmen erfolgen.
  • Berücksichtigt werden Veranstaltungen mit einem planmäßigen Durchführungsdatum bis zum 30. September 2022.
  • Die Unternehmen müssen einen Nachweis über ihre tatsächlich entstandenen Kosten erbringen, der von einem Berufsangehörigen erstellt oder geprüft worden ist.
  • Detaillierte Informationen sind in einem speziellen FAQ-Katalog abrufbar (https://sonderfonds-messe.de/faq).

Finanzierungen:

KfW-Corona-Hilfe

  • Um ihre Liquidität zu verbessern und laufende Kosten zu decken, können Unternehmer, Selbstständige und Freiberufler einen KfW-Kredit mit einer Risikoübernahme durch die KfW von bis zu 100% beantragen. Die Antragstellung kann nur über Ihre Hausbank erfolgen.
  • Über den nachfolgenden Link können Sie den Antrag für einen KfW-Kredit abgestimmt auf Ihre Antragsvoraussetzungen und Ihren Kapitalbedarf für das Bankgespräch vorbereiten:
    https://corona.kfw.de/

Landesbanken WI Bank (Hessen) und ISB Bank (Rheinland-Pfalz):

  • Über die Landesbanken werden verschiedene darlehensbasierte Förderprogramme für Unternehmensfinanzierungen angeboten. Einige Förderungen können auch zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen eingesetzt werden, die aufgrund von Umsatzausfällen von Unternehmen wegen des Corona-Virus entstehen. Für kleine und mittlere Unternehmen stehen hier z. B. die Förderprogramme „KfK – Kapital für Kleinunternehmen“ für Hessen oder „Betriebsmittelkredit RLP“ für Rheinland-Pfalz zur Verfügung.
  • Das Programm Hessen-Mikroliquidität kann beantragt werden.
  • Die Beantragung erfolgt ausschließlich im Hausbankverfahren oder in Zusammenhang mit den Kooperations- und Regionalpartnern (Handwerks- und Industrie- und Handelskammern).
  • Hier können Sie sich im Detail über Antragsvoraussetzungen und Konditionen informieren:

Bitte beachten Sie, dass sich der Informationsstand stetig dynamisch entwickelt. Den o.g. Links können Sie die detaillierten und tagesaktuellen Antragsvoraussetzungen und Konditionen entnehmen.

Jürgen Stock
Jürgen Stock
Sparkassenbetriebswirt
Zertifizierter Testamentsvollstrecker
Pascal Göbel
Pascal Göbel
Master of Laws, LL.M.
Steuerberater
Carsten Christ
Carsten Christ
Dipl.-Finanzwirt (FH)
Steuerberater
Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV e.V.)
Zertifizierter Testamentsvollstrecker (AGT)

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Steuerliche Hilfsmaßnahmen der Finanzverwaltung im Rahmen der Corona-Krise, Stand 17.01.2022

Zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, hat die Finanzverwaltung folgende Maßnahmen erlassen, die eine zusätzliche Belastung durch Steuerabgaben abmildern sollen:

Stundung von Steuerzahlungen:

Wenn Ihr Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie fällige Steuerzahlungen nicht leisten kann, besteht die Möglichkeit, diese Zahlungen zinsfrei bis zum 31.03.2022 zu stunden. Gestundet werden können Einkommensteuer-, Körperschaftsteuer-, Grunderwerbsteuer-, Erbschaftsteuer- sowie Umsatzsteuerbeträge, soweit die Steuern bis zum 31.01.2022 fällig geworden sind und der Antrag bis zum 31.01.2022 beim Finanzamt gestellt wurde.. Die Stundung von Gewerbesteuerbeträgen muss gesondert bei der zuständigen Gemeinde beantragt werden. Bei Vereinbarung einer angemessenen Ratenzahlung kann eine Stundung bis zum 30.06.2022 erfolgen.

Dem Finanzamt ist darzulegen, wie die Corona-Pandemie Ihre wirtschaftliche Lage beeinträchtigt. Der Wert des entstandenen Schadens muss aber nicht im Einzelnen belegt werden.

Anpassung von Vorauszahlungen:

Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler können die Höhe ihrer Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer-, Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuer anpassen lassen, wenn Ihre Einkünfte durch die Corona-Pandemie in den Jahren 2021 und 2022 voraussichtlich geringer sein werden, als vor der Corona-Pandemie erwartet und der Antrag beim Finanzamt bis zum 30.06.2022 gestellt wurde.

Aussetzung von Vollstreckungsmaßnahmen:

Auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden soll bei Antrag eines Vollstreckungsaufschubs bis zum 31.03.2022 verzichtet werden, wenn der Antrag bis zum 31.01.2022 gestellt wurde. Säumniszuschläge, die in dieser Zeit gesetzlich anfallen, sollen erlassen werden. Dies betrifft die Einkommensteuer-, Körperschaftsteuer-, sowie die Umsatzsteuer. Bei Vereinbarung einer angemessenen Ratenzahlung ist unter den gleichen Voraussetzungen ein Vollstreckungsaufschub bis längstens 30.06.2022 möglich.

Auch für Steuerbeträge, die sich bereits in einem laufenden Vollstreckungsverfahren befinden, ist auf Antrag bei der Finanzverwaltung ein Vollstreckungsaufschub möglich.

Rückzahlung von Umsatzsteuer-Sondervorauszahlungen:

Sollten Sie zur Erlangung einer Dauerfristverlängerung im Jahr 2020 bei der Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen eine Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung an das Finanzamt geleistet haben, kann diese Sondervorauszahlung auf Antrag erstattet werden, ohne dass Sie die verlängerte Abgabefrist im Umsatzsteuervoranmeldungsverfahren verlieren.

Für das Jahr 2021 können Sie ebenfalls auf Antrag eine Dauerfristverlängerung für die Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen erhalten, ohne eine Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung leisten zu müssen.

In 2022 sieht die Finanzverwaltung eine solche Erleichterung bislang nicht vor.

Steuerfreie Sonderzahlungen:

Um die erhöhten Leistungen von Beschäftigten in Zeiten der Corona-Pandemie anzuerkennen, werden die von den Arbeitgebern gewährten Sonderleistungen, die zwischen dem 01.03.2020 und dem 31.03.2022 gezahlt werden, bis zu einer Höhe von 1.500,- EUR steuer- und sozialversicherungsfrei gestellt. Die Sonderzahlungen können in Bar- oder Sachleistungen bestehen.

Senkung der Mehrwertsteuersätze:

Durch die Corona-Steuerhilfegesetze wurde für die Gastronomiebranche eine Mehrwertsteuersenkung für erbrachte Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen, mit Ausnahme der Abgabe von Getränken, für den Zeitraum vom 01.07.2020 bis 31.12.2022 von 19% auf 7% beschlossen.

Die allgemeine Absenkung des Umsatzsteuersatzes lief zum 31.12.2020 aus, sodass die gesenkten Steuersätze von 16% und 5% keine Anwendung mehr finden.

Pauschaler vorläufiger Verlustrücktrag für 2020 und 2021:

Im Rahmen der Veranlagung für die Jahre 2019 und 2020 kann für einen voraussichtlich entstehenden Verlust aus 2020 bzw. 2021 ein pauschaler Verlustrücktrag in Höhe von 30% des Gesamtbetrags der Einkünfte (ausgenommen Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit) 2019 bzw. 2020 erfolgen.

Voraussetzungen hierfür ist ebenfalls, dass die Vorauszahlungen für das Jahr 2020 bzw. 2021 bereits auf 0 € herabgesetzt wurden. Ein höherer Abzug ist möglich, wenn er anhand von Belegen glaubhaft gemacht wird. Sobald durch die Veranlagung des Jahres 2020 bzw. 2021 der tatsächlich entstandene Verlust feststeht, wird die Veranlagung 2019 bzw. 2020 entsprechend des tatsächlichen Verlustrücktrags geändert.

Verlängerte Investitionsfrist im Zusammenhang mit § 7g EStG:

Sollten Sie in den Jahren 2017 oder 2018 einen Investitionsabzugsbetrag im Sinne des § 7g EStG für zukünftige Investitionen gebildet haben, verlängert sich die Investitionsfrist aufgrund der Corona-Pandemie von 3 auf 4 bzw. 5 Jahre, sodass eine Investition bis zum 31.12.2022 möglich ist, ohne dass die gewinnerhöhende Zwangsauflösung vorgenommen werden muss.

Degressive Abschreibung auf bewegliche Wirtschaftsgüter:

Als steuerlicher Investitionsanreiz wurde eine degressive Abschreibung von dem 2,5-fachen der normalen Abschreibung, maximal von 25%, pro Jahr für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens für die Jahre 2020 und 2021 eingeführt.

Gewerbesteuerliche Entlastung:

Der Ermäßigungsfaktor bei der Steuerermäßigung für Einkünfte aus Gewerbebetrieb wurde vom 3,8-fachen auf das Vierfache des Gewerbesteuermessbetrags erhöht. Außerdem ist der Freibetrag bei den gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen, wie zum Beispiel für Schuldzinsen, von 100.000 EUR auf 200.000 EUR aufgestockt worden.

Home-Office Pauschale:

Die große Koalition hat sich im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2020 dazu entschlossen, Aufwendungen von Arbeitnehmern die durch vermehrtes Home-Office entstanden sind, durch eine Werbungskosten-Pauschale zu berücksichtigen. Die Pauschale beträgt 5 € pro Tag und wird für maximal 120 Tage gewährt. Gewährt wird die Pauschale nur für die Tage, in denen die Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausgeübt wird. Die Pauschale wird für die Veranlagungszeiträume 2020, 2021 und 2022 gewährt.

Die Voraussetzung für den Abzug eines Arbeitszimmers dürfen in diesen Fällen nicht vorliegen.


Über den nachfolgenden Link können Sie auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums einen FAQ-Katalog aufrufen, der zu den häufigsten Fragen im Zusammenhang mit den steuerlichen Hilfsmaßnahmen Auskunft gibt.

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/2020-04-01-FAQ_Corona_Steuern.html?cms_pk_kwd=06.04.2020_FAQ+Corona+Steuern+&cms_pk_campaign=Newsletter-06.04.2020
Steffen Breuer
Steffen Breuer
Dipl.-Finanzwirt
Steuerberater

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Wirtschaftsprüfung, Stand 14.01.2022

Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung zum Stichtag 31.12.2019

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus haben auch Folgen für die handelsrechtliche Rechnungslegung der Abschlüsse und Lageberichte der betroffenen Unternehmen bzw. Konzerne.

Mit fachlichen Hinweisen vom 4. März und vom 25. März hat das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) zur „Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung zum Stichtag 31.12.2019 und deren Prüfung“ Stellung genommen. Bereits auf den handelsrechtlichen Jahresabschluss und zum Stichtag 31.12.2019 und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 ergeben sich demnach weitreichende Auswirkungen wie zum Beispiel:

  • Die Auswirkungen des Coronavirus sind als wertbegründende Entwicklung ab Januar 2020 erstmals in Abschlüssen mit Stichtag nach dem 31.12.2019 zu berücksichtigen.
  • Über die Art und finanziellen Auswirkungen des Coronavirus auf das Unternehmen ist – sofern diese wesentlich sind – in der Nachtragsberichterstattung im Anhang zu berichten. Eine generelle Berichtspflicht besteht nicht. Die Notwendigkeit der Berichterstattung hängt von der individuellen Betroffenheit des Unternehmens von den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die künftige Entwicklung ab. Eine „Fehlanzeige“ ist nicht erforderlich.
  • Bei der Lageberichterstattung im Jahr 2019 soll über die Auswirkungen der Entwicklung rund um Coronavirus auf das Unternehmen im Risikobericht eingegangen werden. Für Unternehmen, deren Tätigkeit wesentlich durch die Ausbreitung des Coronavirus betroffen sind, sind rein komparative Prognosen ausnahmsweise zulässig.
  • Eine Durchbrechung der Ansatz- und Bewertungsstetigkeit kann durch die Auswirkungen der Corona-Krise begründet werden, sofern dadurch ein besserer Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erreicht wird.
  • Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit ist unabhängig vom Bilanzstichtag zu bewerten. Für die Beurteilung der Angemessenheit der Going-Concern-Annahme gilt insofern eine Ausnahme vom Stichtagsprinzip.
  • Unter bestimmten Bedingungen wird es als zulässig angesehen, die bilanziellen Konsequenzen aus einer nach dem Abschlussstichtag 31.12.2019 durchgeführten Sanierungsmaßnahme bereits zum Stichtag zu berücksichtigen.
  • Kleine Kapitalgesellschaften sind nicht verpflichtet, einen Lagebericht aufzustellen. Zudem müssen sie auch keinen Nachtragsbericht im Anhanag aufnehmen. Für Kleinstkapitalgesellschaften sind weder ein Anhang noch ein Lagebericht erforderlich. Bestehen allerdings wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit Ereignissen und Gegebenheiten, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können (sog. bestandsgefährdende Risiken), muss der Bilanzierende darüber berichten. Kleine Kapitalgesellschaften haben eine solche Berichterstattung in den Anhang aufzunehmen. Für Kleinstkapitalgesellschaften ist die Berichterstattung unterhalb der Bilanz wiederzugeben.

Die vorgenannten Hinweise sollen Ihnen eine erste Orientierung bei dem Umgang mit den Auswirkungen des Coronavirus im Rahmen der externen Rechnungslegung geben und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie basieren auf fachlichen Hinweisen des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) vom 4. März und vom 25. März 2020 zu „Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung zum Stichtag 31.12.2019 und deren Prüfung“. Zudem hat das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) zuletzt am 6. April 2021 zu Zweifelsfragen zum oben genannten Themengebiet Stellung genommen.

https://www.idw.de/blob/122498/31bce74e5b1413b91f74c9de1ea64383/down-corona-fachlicher-hinweis-idw-dok1-data.pdf

https://www.idw.de/blob/122878/ac5e8bd6bfd88081cfdd9398ceb04032/down-corona-fachlicher-hinweis-dok2-data.pdf

https://www.idw.de/blob/124230/4d0cde868d61cb6ab0bead999861372e/down-corona-idw-fachlhinw-relepruefung-teil3-update5-data.pdf

Wir sind Ihnen bei Fragen zum Umgang mit den Auswirkungen des Coronavirus im Rahmen der externen handelsrechtlichen Rechnungslegung jederzeit gerne behilflich.

Thomas Semler
Thomas Semler
Dipl.-Kaufmann
Wirtschaftsprüfer
Steuerberater

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Corona-Hilfen für Vereine, Stand: 14.01.2022

Liquiditätshilfen für Vereine

Die Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz haben jeweils Förderprogramme zur Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit aufgelegt, Von diesen Programmen profitieren alle Vereine, die entweder in Hessen oder in Rheinland-Pfalz ihren Sitz haben und auf Gemeinnützigkeit und ehrenamtlichem Engagement aufbauen.

Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie auf gemeinnützige Vereine sind teilweise erheblich und können schnell existenzbedrohend werden, da Vereine aufgrund des Vereins- und Steuerrechts nicht im gleichen Umfang wie etwa Kapitalgesellschaften Rücklagen bilden dürfen, auf die sie in Krisenzeiten zurückgreifen können. Die Programme dienen zur Abwendung pandemiebedingter, existenzbedrohender Liquiditätsengpässe und sollen die Weiterführung der Vereinsarbeit sicherstellen.

Für Vereine mit Sitz in Hessen gilt:
Die Förderprogramme zielen konkret auf den ideellen Bereich oder die Vermögensverwaltung des Vereins ab. Der ideelle Bereich stellt die eigentliche Vereinsarbeit dar. Damit sind die Bereiche gemeint, die unmittelbar dazu dienen, den steuerbegünstigten Zweck zu erreichen. Hierzu zählen klassische Einnahmen wie z.B. Mitgliedsbeiträge, Gebühren, Zuschüsse, Spenden und Ausgaben wie z.B. Kosten für Freizeitsport, Jugendarbeit oder Verbandsbeiträge.

Förderprogramm „Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit“ für gemeinnützige Vereine:

  • Zuschüsse betragen bis zu 10.000 EUR je nach Situation im ideellen Bereich des Vereins
  • Bewilligung (Bearbeitung der Anträge, Auszahlung und ggfs. Rückforderung der Mittel) übernimmt das jeweilig zuständige Ministerium

Bitte beachten Sie:

  • Antrags- und Informationsunterlagen stehen zum Download bereit
  • Adressaten der Anträge sind die zuständigen Ministerien – die Einreichung der Anträge erfolgt per E-Mail. Den Link zur Antragstellung und Ausfüllhilfen finden Sie hier:

Sport- und Kulturvereine sowie Organisationen mit dauerhaftem wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb können unabhängig vom Förderprogramm zur Weiterführung ihrer Vereins- und Kulturarbeit die Hilfsprogramme für kleine Unternehmen von Landes- und Bundesregierung in Anspruch nehmen und auch von den Regelungen zum Kurzarbeitergeld profitieren, wenn ihnen in diesem Bereich eine existenzbedrohende Liquiditätslücke entsteht.

Für Vereine mit Sitz in Rheinland-Pfalz gilt:
Das Förderprogramm bezieht sich auf die gesamte Vereinsarbeit, ist allerdings nur nachrangig zu anderen Wirtschaftshilfen, die der Verein im Rahmen des Corona-Soforthilfe-Programms des Bundes und des Landes Rheinland-Pfalz oder durch anderweitige institutionelle Förderung erhält.

  • Zuschüsse betragen bis zu 12.000 EUR je nach Situation des Vereins
  • Antragsbearbeitungen übernehmen Bewilligungsstellen im Auftrag des jeweils zuständigen Ministeriums

Bitte beachten Sie:


    Erleichterungen bezüglich zeitnaher Mittelverwendung

    Gesetzlich vorgesehen ist, dass steuerbegünstigte Vereine ihre Mittel zeitnah und somit spätestens in den auf den Zufluss folgenden zwei Jahren für die steuerbegünstigten satzungsmäßigen Zwecke verwenden müssen. Angesichts der derzeitigen Situation werden bei der Frist in jedem Fall die Auswirkungen der Corona-Krise berücksichtigt. Den steuerbegünstigten Körperschaften wird damit mehr Zeit als gewöhnlich zur Verwendung der angesammelten Mittel eingeräumt.
    Die jetzt in den Jahren 2020 und 2021 eigentlich für einen bestimmten Zweck zur Verwendung vorgesehenen Mittel müssen also nicht irgendwie anderweitig verwendet werden, nur damit der Status der Gemeinnützigkeit erhalten bleibt.


    Auflösung von Rücklagen

    Ein steuerbegünstigter Verein kann in der Vergangenheit gebildete Rücklagen, wie zum Beispiel zur Wiederbeschaffung von Wirtschaftsgütern, ohne Gefährdung der Gemeinnützigkeit auflösen und verwenden, um die negativen Auswirkungen der Corona-Krise finanziell abzumildern.


    Spenden und Mitgliedsbeiträge finanzieren Defizite im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb

    Ein steuerbegünstigter Verein darf Mittel aus seinem ideellen Bereich, wie zum Beispiel Spenden und Mitgliedsbeiträge, an die wirtschaftlichen Einheiten weiterleiten. Voraussetzung ist jedoch, dass mit diesen Mitteln auf die Corona-Krise zurückzuführende Verluste, die bis zum 31. Dezember 2021 entstanden sind, ausgeglichen werden. Eine Finanzierung von dauerhaften Verlusten der wirtschaftlichen Betätigung durch Mittel aus dem ideellen Bereich wird durch die Finanzverwaltung hingegen nicht akzeptiert.


    Übungsleiterpauschale

    Die Übungsleiterpauschalen dürfen vorübergehend weitergezahlt werden, wenn die Ausübung der Tätigkeit wegen der Corona-Krise nicht möglich ist.


    Rückerstattung von Mitgliedsbeiträgen

    Wenn die aktuellen Satzungsbestimmungen oder Beitragsordnungen die Rückzahlung von Beiträgen an durch die Corona-Krise wirtschaftlich in Not geratene Mitglieder beziehungsweise die Befreiung dieser Mitglieder von Beitragszahlungen nicht zulassen, ist eine solche Rückzahlung oder eine solche Befreiung ausnahmsweise bis zum 31. Dezember 2021 steuerrechtlich unschädlich für den Status der Gemeinnützigkeit.


    Spendenbescheinigung für nicht erstattete Tickets

    Verzichtet ein Ticketinhaber einer Kultur- oder Sportveranstaltung bei deren Absage aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise schriftlich oder per E-Mail auf die Auszahlung einer ihm zustehenden Erstattung, dann kann der Verein ihm in dieser Höhe eine Spendenquittung ausstellen, wenn:

    • die Veranstaltung von einer als steuerbegünstigt anerkannten Einrichtung organisiert wurde,
    • die Spende zu steuerbegünstigten Zwecken verwendet wird und
    • mit der Spende keine Gegenleistung (zum Beispiel in Form eines Gutscheins, eines Tickets für einen Ersatztermin oder einer anderweitigen Gegenleistung an den Ticketinhaber) verbunden ist.

    Wird hingegen auf einen Erstattungsanspruch gegenüber einem kommerziellen Ticketvertreiber oder gegenüber selbständigen Künstlern verzichtet, kann dafür keine Zuwendungsbestätigung ausgestellt werden, die den Zuwendenden zum steuerlichen Spendenabzug berechtigt. Die schriftliche oder per E-Mail erteilte Verzichtserklärung des Ticketinhabers ist mit dem Doppel der ausgestellten Spendenquittung in den Unterlagen des Ausstellers der Spendenquittung zu dokumentieren.


    Einwerben von Spenden im Zusammenhang mit der Corona-Krise

    Alle steuerbegünstigten Vereine können Spendenaktionen für die Hilfe der von der Corona-Krise Betroffenen durchführen. Die Finanzämter werden es nicht beanstanden, wenn in der Zeit bis zum 31. Dezember 2021 Spenden für diesen nicht in der Satzung des Vereins genannten Zweck eingeworben, mit einer Spendenbescheinigung bestätigt und für diesen Zweck verwendet werden. Die Spendenbescheinigung, die der Zuwendende von dem Verein erhält, muss einen Hinweis auf die Sonderaktion „Hilfe für von der Corona-Krise Betroffene“ enthalten.


    Satzungsfremde Tätigkeiten im Bereich der Corona-Hilfe

    Jeder steuerbegünstigte Verein darf sich unabhängig von seinem Satzungszweck engagieren, um die Auswirkungen der Corona-Krise zu bewältigen. Dabei können auch Mittel des Vereins eingesetzt werden. Unterstützungsleistungen, mit denen keine gemeinnützigen oder mildtätigen Zwecke verfolgt werden, zum Beispiel an von der Corona-Krise besonders betroffene gewerbliche Unternehmen, Selbständige oder entsprechende Hilfsfonds der Kommunen, sind hingegen nicht begünstigt.


    Aufstockung von Kurzarbeitergeld

    Eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes für die Beschäftigten von steuerbegünstigten Vereinen kann wegen satzungswidriger Mittelverwendung Auswirkungen auf den gemeinnützigkeitsrechtlichen Status der Körperschaft haben. Bei einer Aufstockung auf bis zu 80% des bisherigen Entgelts wird davon ausgegangen, dass die Mittelverwendung für satzungsgemäße Zwecke erfolgt und die Aufstockung „marktüblich und angemessen“ ist. Das „bisherige Entgelt“ ist dabei das in den drei Monaten vor Einführung der Kurzarbeit durchschnittlich ausgezahlte Nettomonatsgehalt. Bei einer Aufstockung auf über 80% des bisherigen Entgelts, bedarf es einer entsprechenden Begründung, insbesondere zur „Marktüblichkeit und Angemessenheit“ der Aufstockung.


    Absage oder Verschiebung der Mitgliederversammlung

    Aufgrund der Einschränkungen infolge der COVID-19-Pandemie ist es im Jahr 2020 vielen gemeinnützigen Körperschaften nicht möglich gewesen, bspw. eine Mitgliederversammlung als Präsenzveranstaltung durchzuführen. Dies ist gemeinnützigkeitsrechtlich unschädlich. Zur Lösung der daraus folgenden zivilrechtlichen Probleme sind in § 5 des Gesetzes über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie Sonderregelungen für im Jahr 2020 ablaufende Bestellungen von Vereins- oder Stiftungsvorständen und im Jahr 2020 stattfindende Mitgliederversammlungen von Vereinen beschlossen worden (zum Beispiel Möglichkeit der virtuellen Mitgliederversammlung oder der schriftlichen beziehungsweise elektronischen Stimmabgabe). Diese Sonderregelungen gelten auch für das Jahr 2021.


    Sachspenden von Einzelhändlern an steuerbegünstigte Organisationen für einen befristeten Zeitraum von der Umsatzsteuer ausgenommen

    Sachspenden unterliegen als sogenannte „unentgeltliche Wertabgabe“ nach dem Umsatzsteuergesetz der Umsatzsteuer, sofern der (später gespendete) Gegenstand oder seine Bestandteile zum Zeitpunkt des Erwerbs den spendenden Unternehmer zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt hat.

    Aufgrund der derzeitigen absoluten Sondersituation wird eine befristete Billigkeitsregelung für Sachspenden gewährt. Danach wird bei Waren, die von Einzelhändlern, die durch die Corona-Krise unmittelbar und nicht unerheblich negativ wirtschaftlich betroffen sind, an steuerbegünstigte Organisationen gespendet werden beziehungsweise gespendet worden sind, auf die Besteuerung einer unentgeltlichen Wertabgabe verzichtet. Diese Regelung gilt für Spenden, die zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2021 erfolgen oder erfolgt sind.


Andreas Offermann
Andreas Offermann
Dipl.-Kaufmann
Wirtschaftsprüfer
Steuerberater
Rechtsanwalt

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Heilberufe, Stand: 14.01.2022

Hilfen für Ärzte und Zahnärzte in der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie stellt viele niedergelassene Ärztinnen/Ärzte und Zahnärztinnen/Zahnärzte vor besondere wirtschaftliche Herausforderungen. Vielfach sind Patientinnen/Patienten ausgeblieben. Die Versorgung der Patienten, die weiterhin kommen, verursacht unter den Bedingungen der Pandemie einen ungleich höheren Aufwand.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat in einer Broschüre einen Kurzüberblick über die im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-COV-2 aktuell geltenden Sonderregelungen zusammengestellt. Über nachfolgenden Link gelangen Sie zu der Broschüre (Stand: 05.10.2021).
https://www.kbv.de/media/sp/Coronavirus_Sonderregelungen_Uebersicht.pdf

Auch die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat auf ihrer Homepage umfangreiche Informationen für Zahnärztinnen und Zahnärzte gebündelt, welche über den nachfolgenden Link abgerufen werden können.
https://www.kzbv.de/informationen-fuer-praxen.1371.de.html


Stephanie Lamp
Stephanie Lamp
LL.M. (Corporate & Business Law)
Rechtsanwältin
Jochen Altbrod
Wirtschaftsprüfer/Steuerberater
Fachberater für den Heilberufebereich
Frank Eichmann
Frank Eichmann
Steuerberater
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
Zertifizierter Testamentsvollstrecker (AGT)

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